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Nordsee-Zeitung-Artikel über Beauty Bio Luxesse.

 

Das tut auch Männern gut

Mein erstes Mal: Ein Männerbesuch im Kosmetikstudio


Mitte. Zur Kosmetikerin? Mein männliches Ego gibt sich noch entrüstet, während meine Berufsehre mich daran erinnert, dass ich doch sonst auch immer allen Dingen auf den Grund gehen will. Schließlich siegt der Journalist über den Macho und ich vereinbare einen Termin.


Im Beauty Bio Luxesse an der Karlsburg finden zwei Premieren gleichzeitig statt. Ich werde zum ersten Mal kosmetisch behandelt, Natalia Magnussen zum ersten Mal interviewt. Seit zweieinhalb Jahren betreibt sie ihr eigenes Kosmetikstudio. Viele Kunden halten der staatlich geprüften Kosmetikerin und Visagistin freilich bereits länger die Treue. „Einige kenne ich schon seit sieben Jahren“, erzählt sie. Auch, dass Kosmetikerin immer ihr Traumberuf war: „Ich kann meinen Kunden ja den Erfolg meiner Arbeit direkt ansehen.“ Ich bin unterdessen gespannt, welchen Erfolg man mir später ansehen wird. Ich habe mich für eine „Gesichtsbehandlung für perfekt aussehende Männerhaut“ entschieden. Rund 10 bis 12 Kunden tun dies jeden Monat ebenfalls, erklärt Natalia Magnussen. Insgesamt schätzt sie den männlichen Anteil ihrer Kunden auf rund 15 Prozent. In einigen speziellen Behandlungen liegt er deutlich höher. So sind es beim „Sugaring“, einer sanften Haarentfernung mittels Zuckermasse, rund 40 Prozent. Dabei geht es nicht unbedingt um ein modernes Schönheitsideal. Wie so oft im Leben haben wir Männer auch für die Kosmetik meist praktische Gründe. „Viele leiden unter Allergien“, so Magnussen, „eine Haarentfernung vermindert dann oft den Juckreiz“. Auch bei Problemen mit eingewachsenen Haaren, besonders im Genitalbereich, hilft die Behandlung. Dann kann es schon vorkommen, dass ein männlicher Kunde eine Haarentfernung in der Bikini-Zone bestellt. Bei der Gesichtshaut gibt es wiederum zwei Hauptgruppen männlicher Kunden. Die älteren wählen die Laserbehandlung zur Faltenminderung, die jüngeren lassen vor allem Akne fachmännisch behandeln.

Es gibt keine Kosmetiker

Während bei den Kunden der Männeranteil steigt, sieht es auf der anderen Seite des Sessels eher unverändert aus. In Bremen und Hamburg kennt Natalia Magnussen Männer, die als Kosmetiker arbeiten. In Bremerhaven gibt es keinen, wie mir später auch der stellvertretende Obermeister der Friseur-Innung, Peter Zillmann, bestätigt. Das würde auf beiden Seiten auch nicht passen, ist die Chefin sicher. „Im Kosmetikstudio lassen sich Männer nur ungern von Männern behandeln. Frauen sind da offener“, schmunzelt sie.
Ich selbst bekomme zunächst ein Peeling. Mit einem Gel werden gealterte Partikel aus der oberen Hornschicht gelöst, eine kleine Polierscheibe bringt die frische, jüngere Haut zum Vorschein. Ein Gefühl, um das ich mein Auto zu beneiden beginne. Die Gesichtshaut wird anschließend ausgiebig massiert. Dabei kommt Squalan zum Einsatz, ein hautglättendes Öl, das aus Haifischlebern gewonnen wird. Und während die Hände der Fachfrau sanft über Gesicht, Nacken und Schultern gleiten, versuche ich mich zu erinnern, wann ich das letze Mal an einem Arbeitstag so entspannt war. Natalia Magnussen deutet auf Druckpunkte an Kinn und Stirn: „Probieren Sie das mal zu Hause aus, wenn sie nervös sind. Es beruhigt in zwei Minuten.“ Und auch für die lästige Längsfalte über meiner Nase hat sie einen Tipp parat: „Pressen Sie hin und wieder den Finger darauf – drei- bis fünfmal für je eine Minute. Dann wird die Falte nicht so groß.“
Es folgt eine warme Kompresse und darauf eine Feuchtigkeitsmaske. „Jetzt nicht erschrecken, die sieht ein bisschen komisch aus“, schmunzelt Natalia Magnussen, als sie das feuchte Tuch mit Ausschnitten für Augen, Nase und Mund ausbreitet. Aus ihm ziehen für fünf bis sieben Minuten Kräuterextrakte in die Haut ein, Augenkompressen kümmern sich derweil um die Fältchen an den Lidern. Als Bonus gibt es noch eine Pflegepackung für die Hände.
„Sie sehen mindestens fünf Jahre jünger aus“, ist Natalia Magnussen nach insgesamt rund 45 Minuten Behandlungsdauer überzeugt. Als derjenige, der mein Gesicht am häufigsten sieht, kann ich das eher schwer beurteilen. Für das gute Gefühl währenddessen und danach hat sich die Dreiviertelstunde Auszeit aber allemal gelohnt.


Fünf Männer-Kosmetiktipps für den Winter

Augen: Das raue Wetter macht die dünne Haut unter den Augen noch empfindlicher. Abhilfe schaffen Feuchtigkeit spendende Pflege-Pads.

Nase: Den Erker beim ersten Anzeichen von Schnupfen gut eincremen, da häufiges Schnäuzen die Haut reizt.

Gesichtshaut: Draußen Minusgrade, drinnen trockene Heizungsluft – beides trocknet die Haut schnell aus. Die Hautpflege kann in diesem Fall ruhig etwas fettreicher ausfallen.

Lippen: Hautfetzen von spröden Lippen mit einer Zahnbürste glätten, anschließend mit einem Pflegestift behandeln.

Hals: Enger Kontakt mit Schals und Rollis kann die Haut ebenfalls reizen. Deshalb die Halspartie beim Eincremen ruhig großzügig behandeln.